Shareware-FAQ: Preisgestaltung
Es ist geschafft - das Programm ist soweit fertig, nun muß nur
noch entschieden werden, was man dafür nimmt bzw. nehmen kann. Die Entscheidung kann Euch
natürlich keiner abnehmen, ein paar Tipps möchte ich aber doch geben. Aber Achtung - dies
ist kein Exkurs in die BWL, wo man u.a. die Berechnung optimaler Preise unter Berücksichtung
vielseitiger Aspekte wie Kostenrechnung, Angebot und Nachfrage und sonstigen Feinheiten erlernt.
Ich behaupte jedoch, dass für einen Großteil der Shareware-Anfänger - nicht zuletzt
aufgrund der Situationen, aus denen Shareware häufig entsteht - eine vereinfachte Sicht
genügen kann:
Zunächst solltet Ihr Euch ein paar grundlegende
Überlegungen anstellen, so z.B.
- Gibt es gleichwertige Konkurrenzprodukte? Was kosten diese?
- Gibt es womöglich kostenlose Produkte, die ähnliches können? Was kann Euer
Produkt besser und was könnte dies dem Kunden wert sein?
- Wie hoch war der Aufwand zur Erstellung des Programmes?
- Wie hoch ist der Nutzwert für den Anwender? Braucht er das Produkt öfter oder wird
das Programm nach der Benutzung nicht mehr benötigt?
- Was kostet der Versand? Wollt Ihr diesen inklusive oder zusätzlich berechnen?
Prinzipiell kann man sagen, daß ein Preis (inkl. Versand) von
weniger als 7,50 EUR nicht so wahnsinnig sinnvoll ist - denn allein bei Nachnahme fallen ja schon
mindestens 4,55 EUR an Porto an (Standardbrief; Stand 02/03); dazu kommen dann noch Verpackung und
Bearbeitungsaufwand. Gut, es sind immerhin rund 3 EUR - von diesen muß aber auch der
künftige Support bezahlt werden (Online-Auftritt, Zugang zum Online-Auftritt, Kunden-Support,
Ärger mit Kunden, Updates, ...). Möglicherweise sind solche Produkte als Freeware besser
aufgehoben?
Bleibt auch bei Euren Einschätzungen in der Realität -
selbst wenn Ihr noch so lange an dem Programm geschrieben habt, ist dies noch lange keine
Rechtfertigung dafür, das Programm überteuert anzubieten.
Versandkosten extra?
Ob man nun den Preis inklusive oder exklusive Versandkosten
gestaltet, ist letztlich Geschmackssache.
Preise zuzüglich Versandkosten haben für den Autor erst
einmal folgende Vorteile:
- höherer Anreiz für den Kunden, mehrere Produkte auf einmal zu kaufen (denn man spart
ja Versandkosten)
- Berechnung der Versandkosten nach Aufwand
- klare Trennung zwischen Haupt- und Nebenleistung.
Die Nachteile dürfen natürlich auch nicht fehlen:
- auf den ersten Blick teurer, da Zusatzkosten entstehen (Produktpreis !=Endpreis)
- einige (wenige) Kunden begreifen das System nicht und schicken Schecks über Produktpreis ohne
Versandkosten.
- teurere Versandarten werden weniger oft genutzt - auch wenn Ihr diese vielleicht gerne
öfter verwenden würdet
Meine Meinung: Die Extraberechnung macht nur Sinn, wenn Ihr
Versandkosten individuell berechnet. Pauschale Versandkosten würde ich "pauschal" in den
Produktpreis integrieren. Unterm Strich hat man damit weniger Ärger. Bei der Berechnung
solcher Pauschalen sollte man von der Zahlungsweise ausgehen, die die Kunden vermutlich
hauptsächlich wählen.
Wichtiger Hinweis:
Diese Informationen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen und dem, was ich bisher von
Kollegen gehört oder in entsprechenden Publikationen gelesen habe. Die Angaben stellen keinen
Anspruch auf Vollständigkeit, Korrektheit oder Rechtsverbindlichkeit. Irrtümer und
Änderungen sind vorbehalten.
Letzte Änderung am:
19.08.2004 |